Freie Berufe bestandsfester als die übrige Wirtschaft

IFB-Studie zur Überlebensdauer von Freiberufler-Unternehmen

Freie Berufe sind bestandsfester und konjunkturresistenter als die übrige Wirtschaft. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Instituts für Freie Berufe (IFB) Nürnberg, das im Auftrag des Bundesverbandes der Freien Berufe die Überlebensdauer von Freiberufler-Unternehmen mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beobachtet hat.

Das IFB ergänzt damit eine Untersuchung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn, das die Überlebenswahrscheinlichkeit von Gründungen in Freien Berufen insgesamt untersucht hat. Der Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe, Professor Wolfgang Ewer: »Damit wird ein umfassendes Bild der Stabilität von freiberuflichen Unternehmen gezeichnet.«

Freie Berufe sind der Studie zufolge bestandsfester als die übrige Wirtschaft: Von 100 Freiberuflern, die im Jahr 2010 den ersten sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter eingestellt haben, sind fünf Jahre später noch 81,7 am Markt. Bei der restlichen Wirtschaft sind es 75,3, im gewerblichen Dienstleistungsbereich 76,8. Die Marktaustrittwahrscheinlichkeit ist bei den Freien Berufen niedriger als bei der restlichen Wirtschaft: Im Jahr 2015 haben 17,19 Prozent aller Freiberufler und 21,35 Prozent der übrigen Unternehmen ihre Betriebe geschlossen. Der Wert für den gewerblichen Dienstleistungssektor liegt bei 20,28. Freie Berufe reagieren, genau wie andere Wirtschaftssektoren, auf Krisen und konjunkturelle Schwankungen. Doch sie sind konjunkturresistenter als die übrige Wirtschaft.

Wenn Freiberufler neue Stellen schaffen, sind es häufiger Voll- als Teilzeitstellen. Im Jahr 2015 kamen auf eine neu geschaffene Teilzeitstelle 1,48 Vollzeitstellen. Der Anteil der 15- bis 24-jährigen Mitarbeiter in Freiberufler-Teams nimmt im Zeitverlauf ab, der Anteil der über 55-Jährigen steigt. BFB-Präsident Ewer: »Freie Berufe schaffen die nachhaltigeren Arbeitsplätze und sind verlässliche Arbeitgeber für ihre Teams. Die zunehmend langjährige Betriebszugehörigkeit zeigt, dass die Mitarbeiterbindung als ein Baustein zur Sicherung des Fachkräftebedarfs gelingt. Dies ist ein Indiz für die hohe Personalkontinuität im besonderen Vertrauensverhältnis auch zu ihren Mitarbeitern. Und das spiegelt den hohen Wert der persönlichen Bindung des Kunden, Klienten, Mandanten und Patienten an seinen Freiberufler sowie an dessen Team wider.«

Die Regulierungen der Freien Berufe dienten somit neben der zentralen Sicherung der Qualität der Dienstleistung auch den marktwirtschaftlich erstrebenswerten Zielen der Stabilisierung und Beschäftigungsförderung. Michael Schwarz, der Präsident des Verbandes Freier Berufe in Bayern, ergänzt, dass die Ergebnisse der IFB-Studie ein gänzlich anderes Bild zeichneten als es die Europäische Kommission wahrnehmen wolle: »Die Kommission argumentiert ja permanent, dass weniger Regulierung mehr Wettbewerb und so mehr Beschäftigung befördern soll. Die Studie beweist ganz klar: Nicht der grenzenlose Wettbewerb, sondern die angemessenen Regulierungen in den Freien Berufen schaffen gute und dauerhafte Jobs.«

BFB-Präsident Ewer sieht das Beschäftigungspotenzial als einen Aspekt, »der Wert untermauert aber auch, dass wir Freiberufler verlässliche Arbeitgeber sind. Damit können wir beim Werben um Mitarbeiter durchaus auftrumpfen. Beim Blick nach vorne liegt der Schluss nahe, dass diese Bestandsfestigkeit, dieser Abstand noch zunehmen wird, weil die Nachfrage nach freiberuflichen Dienstleistungen weiter steigt und steigt und die Marktchancen für Freiberufler so weiter zunehmen.«

VFB Information 02/2019

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